2. Religionsgeschichte

2.1 Einführung

Der Inhalt des Begriffes Religion wird im folgenden als Verhältnis des Menschen zum Heiligen bezeichnet. Dabei wird dieser Begriff nicht von dem lateinischen "religare" (= zurückbinden, festbinden), also etwa Rückbindung an Gott als den ersten Ursprung und das letzte Ziel, abgeleitet. Vielmehr wird sein Ausgangsbegriff nach Cicero (58 v. Chr.) in dem Wort "relegere" (= wiedererwägen, überdenken, Ehrfurcht haben, ein gewissenhaftes Beachten von etwas) gesehen. Religion in diesem Sinne kommt der Gottesverehrung nahe.

Der Begriff der Religion wird zumindest in zwei Bedeutungen gebraucht: Religion als innere Haltung eines Menschen einerseits und andererseits als Glaubenslehre, Brauchtum, Gemeinschaft, Einrichtungen. Im folgenden geht es um den letzteren Begriffsinhalt.

Irgendeine Religion findet sich bei allen Völkern und in allen Zeiten. Dabei ist es Aufgabe der Religionsgeschichte als Teil der Religionswissenschaft, alle Religionen der Erde darzustellen, ihre jeweilige Eigenart zu erkennen, die Religionen in ihren Wechselbeziehungen zu den anderen Kulturbereichen zu erfassen und damit zu einem Verständnis ihres inneren und äußeren Ablaufs vorzudringen. So weit gehen meine Forschungsarbeiten nicht.

Vielmehr liegt die Aufgabe meiner Arbeiten auf dem Gebiet der Religionsgeschichte in einem kleinen Ausschnitt dieser Gesamtaufgabe: In der Antwort auf die Frage, unter welchen Bedingungen einzelne Menschen, religiöse Gemeinschaften oder ganze Völker aus religiösen Gründen Gewalt gegen andere einzelne Menschen, religiöse Gemeinschaften oder ganze Völker anzuwenden bereit sind. In meinen Untersuchungen geht es letzten Endes darum, den Frieden unter den Menschen zu erhalten, zu pflegen oder herzustellen. Zu diesem Zwecke sollten solche Gewalttaten vorhergesagt, möglichst vermieden, verhindert oder rechtzeitig gegen sie eine abschreckende Selbstverteidigung eingerichtet werden können.


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