Forschungsgebiete:

1. Bei der Früherkennung von Unternehmenskrisen ging es darum, empirisch aus zahlreichen praktischen Fällen von Unternehmenskrisen die Ursachen für diese Krisen und damit die Möglichkeiten einer rechtzeitigen Früherkennung aufzudecken. Gegenüber derartigen früheren Untersuchungen wurden nicht nur quantitative Größen, sondern auch qualitative Eigenschaften einer Unternehmung und dementsprechend qualitative Ursachen von Unternehmenskrisen in die Analyse einbezogen, quantifiziert und numerisch ausgewertet. Hierbei wurden nicht nur Analysen in einem bestimmten Zeitpunkt, sondern auch Verlaufsanalysen von Unternehmenskrisen über einen größeren Zeitraum hinweg vorgenommen. Auf der Basis der daraus gewonnenen Forschungsergebnisse wurden Prüfungs- und Prognoseverfahren für die Früherkennung von Unternehmenskrisen und Kreditbetrug entwickelt.

2. Das Problem, Qualitäten zu quantifizieren und messend zu bewerten, gehört zu den zentralen Problemen der Philosophie und ist uralt. Die Lösung dieses Problems gelingt auf der Basis der Beziehungslehre des Aristoteles. Qualität wird als eine Zweck-Mittel-Beziehung definiert. Erste Lösungsansätze erfolgten mit der Profilmethode. Der gegenwärtige Stand der Forschung ist in der Nutzwertkalkulation zu sehen. Dieses Verfahren erlaubt es, Qualitäten zu quantifizieren, messend zu bewerten und zu optimieren. Der letzte Stand dieses Lösungsansatzes wird in dem Beitrag "Vieldimensionale Bewertung im Produktmarketing" (siehe Schriftenverzeichnis) 1994 dargestellt. Beispiel hierfür war die Umstellung eines Großbetriebes der Rüstungsindustrie auf ein ziviles Sortiment.

3. Ein zentrales Anliegen meiner betriebswirtschaftlichen Forschungsarbeiten lag darin, ein System des Unternehmens zu entwickeln. Aufgabe jeder Wissenschaft ist es,

  1. ihre Gegenstände eindeutig begrifflich zu bestimmen und ihren Gesamtbereich ordnend zu erfassen,
  2. zu den Begründungszusammenhängen ihrer Gegenstände vorzudringen,
  3. die Ergebnisse ihrer Identifizierung des Einzelnen, ihrer Bestandsaufnahme des Wirklichen und ihre begründeten Aussagen über den Zusammenhang der Erscheinungen zu einem wohlgeordneten Ganzen zusammenzufügen, d.h. ein System oder ein Lehrgebäude zu errichten.

Dieses Problem wird mit Hilfe der Aristotelischen Logik angegangen. Die Fülle der Erscheinungen, die im Zusammenhang mit einem Unternehmen zu beobachten sind, wird fortschreitend so lange abstrahiert, bis eine weitere Zusammenfassung nicht mehr möglich erscheint. Dieser oberste Begriff wird in einer Zweck-Mittel-Beziehung gesehen, in welcher der Betrieb des Unternehmens der Beziehungsträger, das Beziehungsziel allgemein die Verbraucherversorgung und unmittelbar die Bedarfdeckung ist, und der Beziehungsgrund in der Produktion des Betriebs zu sehen ist. Von dann an werden diese drei Glieder der Grundbeziehung umgekehrt solange durch fortschreitende nähere Bestimmung spezialisiert, bis das damit gewonnene wohlgeordnete Ganze den Gesamtbereich eines Unternehmens vollständig beschreibt und damit zu einem System geworden ist. Dabei werden die einzelnen Glieder des Systems über die vorliegende Grundbeziehung miteinander systematisch verknüpft.

 


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